Fachbesichtigung des Towers

Fachbesichtigung des Towers

Einer der sensibelsten Bereiche am Graz Airport ist der Arbeitsplatz der Flugsicherung. Dieser befindet sich im Jahr 2002 errichteten und 46 Meter hohen Tower, welcher von der Austro Control betrieben wird. Bereits 2018 durften wir mit vier Gruppen das Herzstück der in Graz beheimateten Flugsicherung besichtigen. Auf Grund der stetig großen Nachfrage wurde erneut um eine der raren Besichtigungen angefragt und so konnten diesmal dankenswerterweise fünf Kleingruppen zu je sechs Personen einen Blick hinter die Kulissen des Arbeitsalltags eines Fluglotsen bei der Austro Control werfen.

Mit dem Lift ging es für die einzelnen Gruppen in den achten Stock, wo bereits die erste Station der Führung in Form eines Radarplatzes wartete. Interessantes Hintergrundwissen wurde vermittelt, Aufgaben und Funktionen erklärt und der Flugbetrieb live in digitaler Form am Bildschirm der Radarstation verfolgt. Über die Treppen ging es einen weiteren Stock hinauf, wo die atemberaubende 360°-Aussicht das absolute Highlight darstellt. Ein rundum Ausblick auf das weitflächige Gelände des Graz Airport, die neu eröffnete Trasse der Koralmbahn sowie die zahlreichen Ortschaften in der Umgebung rauben jedem aufs Neue den Atem. Die ungewohnte Aussicht schräg von oben auf das Vorfeld sowie auf alle drei Start- und Landebahnen ist ein unvergessliches Erlebnis und ein toller Ausblick, vor allem wenn man das Glück hat und es starten oder landen Flugzeuge während der Besichtigung.

Lauda Europe Airbus A320-214 9H-LMI

Für einen reibungslosen Ablauf der ganzen Roll- und Flugbewegungen ist hohe Konzentration, räumliches Denken und Ruhe erforderlich. Strenge Arbeitszeit- und Pausenregeln sorgen dafür, das die Fluglotsen das permanent hohe Konzentrationslevel aufrecht erhalten können, denn die Sicherheit steht an erster Stelle. Neben einen Überblick der Flugbewegungen, unterstützt durch Funk und Radar, müssen auch die gesetzlich vorgeschriebenen Staffelungen der Flugzeuge hinter- und übereinander einzuhalten. Hierbei spielt neben der Flugrichtung und Geschwindigkeit auch die Größe eine Rolle, zum Beispiel bei der Beachtung der Wirbelschleppenbildung.

„Welche Maschine darf auf welche Parkposition, welche Flugzeugtypen benutzen welche Start- und Landebahn, was passiert bei einem Notfall und wie werden Ballonfahrten und Drohnenflüge angemeldet“ waren nur einige der Fragen die bei den insgesamt fünf Besichtigungen aufkamen und allesamt fachlich beantwortet wurden. Auch die Eigenheiten der An- und Abflugrouten in Graz wurden angesprochen sowie geplante Änderungen. Der Graz Airport stellt eine Besonderheit dar, da für die Verminderung des Lärmteppichs in der Stadt Graz bei normalen Windverhältnissen Starts und Landungen in entgegengesetzte Richtungen stattfinden. Dieses Verfahren wird bei stärkerem Wind geändert, um immer zu 100% die Sicherheit zu gewährleisten. In diesem Fall landen und starten die Flugzeuge dann wie generell üblich immer gegen den Wind, was zu Überflügen über die Stadt Graz führt.

Nachdem alle Fragen beantwortet waren, ging es noch auf die runden Terrasse unterhalb der Glaskuppel, wo nochmals der einmalige Blick auf den Graz Airport genoßen werden durfte.  Es waren viele Informationen undEindrücke, die vermittelt wurden sowie ein großartiger Ausblick, den wir dank der Gastfreundlichkeit der Austro Control erleben durften. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Austro Control und den am Graz Airport beschäftigten Fluglotsen, die uns die Besichtigungen ermöglicht haben.

Graz Airport

Graz Airport

Text: Airportclub Graz Titelbild: © Michel Sander Beitragsbilder v.o.n.u.: © Andreas Müller & Roland Bergmann