Austrian Airlines 10-Punkte-Programm #DriveTo25

Austrian Airlines 10-Punkte-Programm #DriveTo25

Heute Vormittag stellte der AUA-Vorstand im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien die neue Strategie des Unternehmens vor. Das 10-Punkte-Programm namens #DriveTo25 hat enorme Auswirkungen auf die Bundesländerflughäfen, da Crewbasen nach Wien verlegt, die 18 Bombardier Q400 ausgeflottet und dezentrale Flüge wie Graz-Stuttgart, Graz-Düsseldorf sowie Graz-Frankfurt zukünftig nicht mehr von der AUA geflogen werden. Als Ersatz für diese Strecken sind die Konzernschwester Eurowings als auch die Konzernmutter Lufthansa im Gespräch.

Die Änderungen kurz zusammengefasst:

  • in die Stärkung des Drehkreuz Wien werden in den nächsten drei Jahren 200 Millionen Euro investiert
  • Ausrichtung des Verkehrsnetzes auf Wien
  • Ausflottung aller 18 Bombardier Q400 bis 2021
  • Erweiterung der Airbus Flotte um zehn Maschinen auf insgesamt 46
  • Einstellung aller dezentralen Flüge inklusive Schließung der Crewbasen, diese sollen zB von Eurowings und Lufthansa übernommen werden
  • Flüge von Wien in die Bundesländer sollen vorerst nicht betroffen sein

Das Programm im Detail:

  • 1. „Operational Excellence“: Trotz widriger Rahmenbedingungen – Stichwort Luftraumüberlastung – ist es Austrian Airlines 2018 gelungen, ihre Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit über dem europäischen Durchschnitt zu halten. 2019 will die „AUA“ ihre Prozesse verbessern und mithilfe der Digitalisierung und einer engen Zusammenarbeit mit dem Flughafen Wien die „Operation“ wieder auf das von Kunden gewohnte Weltklasseniveau bringen.
  • 2. Austrian Airlines möchte außerdem ihre Prozesse in der Verwaltung und der Operation auf den Prüfstand stellen und durch Vereinfachung, Digitalisierung und die Vermeidung von Doppelgleisigkeiten 20-30 Mio. Euro einsparen. Am Kunden soll nicht gespart werden.
  • 3. Unter dem Titel „New Premium“ soll der Kunde und seine Bedürfnisse stärker in den Mittelpunkt aller Anstrengungen gestellt werden. Personalisierte Produktverbesserungen sollen die AUA als Carrier der ersten Wahl positionieren. Diese Lufthansa Group-weite Produktstrategie wird von Wien aus koordiniert.
  • 4. Mit einem Einzugsgebiet („Catchment“) von 11 Mio. Einwohnern und einer Transferleistung von etwa 50% ist Austrian Airlines außerdem ein Hub-Carrier, und der Flughafen Wien ist ihr Drehkreuz. Diese Funktion soll zukünftig über eine stärkere Ausrichtung des Verkehrsnetzes auf Wien gestärkt werden. Im Umkehrschluss wird der dezentrale Verkehr innerhalb des Konzerns neu geordnet. Dezentrale Strecken sind beispielsweise Innsbruck-Frankfurt oder Linz-Düsseldorf. Diese Routen erfreuen sich zwar guter Nachfrage, produzieren gleichzeitig aber eine hohe Komplexität, weil die Flugzeuge aufgrund der Umläufe für die Crews, aber auch durch die technische Wartung nicht produktiv eingesetzt werden können.
  • 5. Um komplizierte Crew-Umläufe zu vermeiden, werden die derzeit noch in Altenrhein, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz oder Salzburg bestehenden dezentralen Crew-Basen nach Wien verlegt werden. Die gut 200 MitarbeiterInnen erhalten das Angebot, nach Wien zu kommen.
  • 6. Technik: Bei der technischen Wartung will Austrian Airlines der Wartung der eigenen Flugzeuge zukünftig noch stärkeren Vorrang geben. Derzeit ist die Fluglinie auch stark im Drittgeschäft aktiv, das im Gegenzug reduziert wird. „Drittgeschäft“ bedeutet, dass auch Flugzeuge fremder Airlines technisch gewartet werden.
  • 7. Kontinental-Flotte: Austrian Airlines will ihre Turboprop-Maschinen früher als geplant bis 2021 ausflotten und gleichzeitig ihre Airbus-Mittelstrecke auf 46 Flugzeuge aufrüsten. Die Fluglinie betreibt 18 Turboprops des Typs Dash 8-400 und 36 Jets der Familie A320. Dieser Schritt wird auch Komplexität aus der Flottenstruktur nehmen, da man sich den Betrieb und die Wartung eines Flugzeugmusters sparen wird.
  • 8. Interkontinental-Flotte: Austrian Airlines hat zum Winterflugplan 2018/19 ihr Intercontinental-Netz neu ausgerichtet. Unwirtschaftliche Strecken wie Havanna, Colombo oder Hong Kong wurden nach einer Probezeit wieder gestrichen und das Angebot nach Nordamerika im gleichen Ausmaß aufgestockt. Bestehende Strecken, wie beispielsweise New York oder Chicago, wurden auf ein tägliches Angebot verdichtet. Austrian Airlines wird im Übrigen nach der Wintersaison auch die Seychellen aus ihrem Flugprogramm nehmen und mit Ende April 2019 einstellen. Mauritius und Malediven bleiben hingegen als gut eingeführte „Warmwasserdestinationen“ im Flugprogramm. Ziel ist es, dadurch die Profitabilität zu steigern, um im nächsten Schritt die Langstrecken-Flotte zu modernisieren.
  • 9. Stakeholder Roadmap: Gemeinsam mit seinen Partnern will Austrian Airlines den Luftfahrt-Standort Wien stärken. Dazu gehört zum Beispiel das vom Verkehrsministerium kürzlich gestartete Programm „ZOVI“ (Zukunftsoffensive Verkehr & Infrastruktur).
  • 10. Letztendlich will Austrian Airlines nicht nur ihre Flugzeuge sondern auch sich selbst, ihre Arbeitsplätze und Arbeitsgeräte, digitalisieren und modernisieren. So wurde zum Beispiel das gesamte Kabinenpersonal mit Tablets ausgestattet, und noch 2019 wird die AUA-Verkehrsleitzentrale am Flughafen Wien erneuert werden.

Die vollständige Presseaussendung finden Sie hier.

Text: Airportclub Graz / Austrian Airlines Titelbild: Austrian Airlines Dash 8-402 OE-LGC © Kurt T.

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